Industrie 4.0 - Wirtschaftsempfang 2014 der SPD-Bundestagsfraktion in Berlin

ReichstagskuppelAuf Einladung von IHK und SPD durfte ich am Montag (06.10.14) beim Wirtschaftsempfang 2014 der SPD-Bundestagsfraktion zum Thema „Industrie 4.0“ im Berliner Reichstag teilnehmen. So etwas ist für mich natürlich auch nicht alltäglich, aber ich habe mich, auch natürlich aufgrund des Themas, recht wohl dort gefühlt.

Zuerst mal: Was ist „Industrie 4.0“?

Es gab mehrere industrielle Revolutionen in der Geschichte. Unter „Industrie 1.0“ versteht man die Mechanisierung mit Wasser- und Dampfkraft (z.B. die Dampfmaschine), „Industrie 2.0“ die Massenfertigung mit Hilfe von Fließbändern und elektrischer Energie, unter „Industrie 3.0“ den Einsatz von Elektronik und IT zur weiteren Automatisierung der Produktion und „Industrie 4.0“ steht u.a. für Individualisierung von Produkten, Selbstoptimierung, intelligente Fabriken, Resourcenoptimierung aufgrund Massendaten (Big Data), Vernetzung von Systemen – also alles, was die Digitalisierung momentan an Möglichkeiten für den Menschen bereitstellt.

Foto SBLVor dem eigentlichen Wirtschaftsempfang gab es ein Treffen mit Sabine Bätzing-Lichtenthäler, der SPD-Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises Altenkirchen-Neuwied, die dann auch so nett war, eine persönliche Führung durch den Reichstag/Bundestag mit Janine Flender (Flender GmbH Hamm/Sieg) und mir zu machen. Bei dieser wurden viele Themen aus unserer Region besprochen und auch geschichtlich einiges erklärt. (Vielen Dank nochmal!)

Nachmittags startete dann das eigentlich Programm mit einer Begrüßung von Hubertus Heil, MdB (Stellv. Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion) mit anschließender Podiumsdiskussion sowie interessanten Fachforen. Für mich wichtige Aussagen aus diesem Veranstaltungsteil waren u.a.:

  • Junge Unternehmen müssen mit ihren Ideen gefördert werden.
  • Datenschutz gilt nicht nur für persönliche Daten von Menschen sondern auch für die Daten der Maschinen.
  • Wir brauchen Normen, damit Maschinen/Systeme miteinander kommunizieren können
  • Durch hohe Normen kann der Wirtschaftsstandort Deutschland geschützt werden.

Am bemerkenswertesten der Veranstaltung fand ich die Keynote von Joe Kaeser, dem CEO von Siemens. Er brachte Vieles auf den Punkt und man merkte ihm auch an, dass er Unternehmer und kein Politiker ist. Zuhören machte Spaß. ;-) Folgende Aussagen fand ich u.a. wichtig:

  • Das Internet zieht gnadenlos die Schwächeren aus der Wertschöpfungskette.
  • Man muss den digitalen Wandel annehmen und nicht den Stillstand bewahren.
  • Wer den Zugang zu den Primärdaten der Maschinen behält, gewinnt auch die Schlacht um Industrie 4.0.
  • Wenn Sie im Internet etwas umsonst bekommen, dann sind Sie das Produkt.

Der Abend endete dann mit gutem Essen und etwas Networking. Für mich war es auf jeden Fall ein spannender Einblick. Habe einiges gelernt und auch gemerkt, dass die Themen, mit denen ich mich tagtäglich so beschäftige, gar nicht weit weg von den eher industriellen Themen sind. Der digitale Wandel ist überall spürbar und Wirtschaft und Politik müssen versuchen, den Standort Deutschland nun durch konsequente Maßnahmen zu stärken und u.a. junge Unternehmen und Ideen unterstützen. Denn nur wenn man zusammenhält und an gemeinsamen Zielen arbeitet, kann man mit dem digitalen industriellen Fortschritt, insbesondere der USA, mithalten.

Autor

Björn Schumacher

COO/Co-Founder von 247GRAD Labs, Business Development bei einem regionalen Online-Verlag und Analysen von Nachrichten und Influencern.

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